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Geschichte des Neurofeedbacks

1924 entdeckte Hans Berger das Elektroenzephalogramm (EEG) des Menschen. In 73 Sitzungen zeichnete er das EEG seines 15-jährigen Sohnes Klaus auf.

1958 erbringt Kamiya den Nachweis der Möglichkeit Gehirnwellen selbst zu regulieren. Er experimentierte mit einem jungen Studenten, den er an ein EEG Gerät anschloss. Dabei beobachtete er seine Hirnaktivität im alpha Bereich. Der Student lag mit geschlossenen Augen im Nebenraum. Alle 30 Sekunden hörte er einen anderen Ton und sollte erraten, ob er sich in „alpha“ befindet. Kamia meldete ihm dann „richtig“ oder „falsch“ zurück. Der Student sollte beobachten, wie er sich jeweils fühlt. Zunächst lag seine Trefferquote bei ca. 50%, war also ein reines Zufallsprodukt. Durch Übung brachte er es aber nach kurzer Zeit auf nahezu 100%. Kamiya maß dem Experiment jedoch zunächst wenig Bedeutung zu; es wurde erst 10 Jahre später veröffentlicht.

1965 veröffentlicht Barry Stermann eine Studie zur Beeinflussung von Betawellen durch trainierte Katzen. Erste Erfolge von Neurofeedback bei Epilepsie.
Sterman fand heraus, dass es leichter war das Verhalten von Katzen über eine Steigerung der SMR Wellen zu beeinflussen, als direkt am Verhalten anzusetzen.
Zufällig wurde Sterman im Anschluss an diese Versuche von der NASA gebeten, sich an Versuchen mit dem Krampfanfälle auslösenden Raketentreibstoff Hydrazine zu beteiligen. Von 50 mitgebrachten Laborkatzen überlebten genau 10 Katzen die gefährlichen Dämpfe. Damit gab es zum einen Hinweise darauf, dass ein SMR Training Epileptische Anfälle „verhindern“ kann, zum anderen liefert dieser Versuch den klaren Beweis dafür, dass es sich beim Training der Gehirnfrequenzen nicht nur um einen Plazebo Effekt handelt.
Sterman ging weiter und trainierte SMR Wellen mit einer Angestellten, die unter Epilepsie litt. Das Training war so erfolgreich, dass die Mitarbeiterin sogar ihren Führerschein erwerben durfte, was ihr zuvor aufgrund ihrer Anfälle untersagt worden war.

Ab 1975 beweist Joel Lubar die Wirksamkeit eines Neurofeedbacktrainings bei AD(H)S.

Ab 1980 Entwicklung leistungsfähigerer Computer, Neurofeedback Hard- und Software.

Ab 2000 Nils Bierbaumer (Uni Tübingen) entwickelt eine Software zur Kommunikation bei Locked-in Patienten per NFB. Im Gegensatz zu Wachkoma-Patienten sind Locked-in Patienten bei vollem Bewusstsein. Sie sind geistig voll da, können sich aber nicht mitteilen, da ihr Körper vollständig gelähmt ist. Bierbaumer kommuniziert mit diesen Patienten auf einfachster ja/nein Ebene, nur mittels Kraft der Gedanken.
Bierbaumer ist ebenfalls an Entwicklungen beteiligt, bei denen gelähmte Gliedmaßen von z.B. Schlaganfall-Patienten über Gedankenkraft und an das System angeschlossene Spezialprothesen bewegt werden.
Weitere Arbeiten lassen die Wirksamkeit von Neurofeedback bei Epilepsie erkennen.

2002 Thomas Fuchs erbringt den Nachweis der Effizienz des NFB bei ADHS. In der Studie belegt er, dass NFB zum gleichen Ergebnis wie eine medikamentöse Therapie führt.

Ebenfalls 2002 erbringt Monastra in einer breitangelegten Studie den Nachweis der Überlegenheit des NFB gegenüber der medikamentösen Therapie.

2004 Ulrike Leins promoviert zum Thema NFB bei ADHS und zeigt Verbesserungen der Konzentration durch gezieltes SMR Training. Follow up Untersuchungen nach 6 und 12 Monaten weisen Langzeiteffekte nach.

2009 In einer Meta-Analyse aus 15 Einzelstudien wird die Effektivität einer Neurofeedbackbehandlung bei ADHS bestätigt und als „effektiv und spezifisch“ eingeordnet.

Die wissenschaftliche Fundierung von Bio- und Neurofeedback steht auf einer breiten Basis. Weit über 2000 Veröffentlichungen wurden registriert.